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Wanderfahrt
  Wanderruderfahrt ins Rheinsberger Land: Flecken Zechlin 11. und 12. September 2010

Am westlichen Rand der Rheinsberger Seenkette war der idyllisch gelegene Ort Flecken Zechlin für ein Wochenende Ausgangsort und Ziel unserer Ruderwanderfahrt. Gebucht war ein Superwetter, verabredet hatten wir uns nach individueller Anfahrt um 8:00 Uhr im Ruderverein Flecken Zechlin e.V., welcher uns Quartier und Boote gewährte. Begrüßung, Sachen und Essen auspacken, Boote klarmachen und um 9:00 Uhr stachen wir ins Wasser des Schwarzen Sees, noch umgeben von märchenhaften Nebelschwaden. Mit neun Ruderkameraden/ -innen füllten wir einen Vierer und einen zweiten mit Lücke. Vom Schwarzen See ging es über den Großen Zechliner See, den Repenter Kanal, den Zootzensee und den Tietzowsee. Während es noch sehr ruhig auf dem Wasser war hielt sich der Nebel zwischen den Baumwipfeln und lichtete sich nur langsam. Im Hüttenkanal an der Ausfahrt der Marina Wolfsbruch nötigten uns offensichtlich ungeübte Ausleihbootkapitäne zum Anhalten. Bald gelangten wir zur Schleuse Wolfsbruch. Da die Schleusenampel Rot leuchtete, war Festmachen angesagt und Gelegenheit für einen Steuermannwechsel, für Landgang nach Bedarf und Stärkungen in fester und flüssiger Form. Nach dem Schleusengang gelangten wir über den kleinen Pälitzsee und den Canower See zur Schleuse Canow. Schleusungen stellen immer wieder ein Erlebnis für sich dar mit Beobachtungen von abenteuerlichen Fahrmanövern überdimensionierter Freizeitmotorboote, welche mit Abgaswolken uns flachliegende Ruderer und Paddler zu vergiften suchen und erst auf Bitte den Motor abschalten oder ggf. mit Begründungen („die Reißleine ist defekt“) dies auch nicht tun. Vor allem Paddler füllten immer mehr das Wasser – unser Vierer mit Lücke musste sich mehrfach kecke Anfragen, was sie denn mit dem vierten Mann gemacht hätten, gefallen lassen. Um entsprechende Antworten waren sie nicht verlegen, über den Labus- und den Gobenowsee erreichten wir schmalere Wasser mit vielen Seerosenbeständen und sich immer mehr verengender Wasserfuhrt. Bald hieß es, Skulls langmachen und nur mit dem Paddelhaken paddelnd und vereinzelten winzigen Ruderblattschlägen erreichten wir die Anlandestelle Wustrow, an der sich viele Paddler stauten. Boote aus dem Wasser, sicher abgelegt und zu Fuß ging es ein kurzes Stück zur Gaststätte Kaminhaus. Kühles Bier, schmackhaftes Essen, Sonnenschein und ein netter Wirt - so ließen wir es uns gut sein. Zurück dieselbe Strecke bei anhaltendem Sonnenschein, unser Senior Hethi (sich zwischendurch immer wieder unnötig für nicht wirklich spürbare Beeinträchtigungen durch sein Alter entschuldigend) immer einen flotten Spruch auf den Lippen, zu einem Zwischenstopp im „Achter“ am Tietzowsee. Höflicher junger Kellner („die Damen zuerst“); wir ließen uns den Kaffee und wer wollte frischen Blaubeerkuchen schmecken. Langsam wurde es spät, sodass wir kurz vor dem Ziel nach 46 km auf dem Großen Zechliner See noch einen herrlichen Sonnenuntergang bewundern konnten. Salate, Fleisch und Wurst vom Grill im fast Dunklen (das Auge aß nicht wirklich mit) unter beeindruckendem Sternenhimmel und einige Schlucke am Lagerfeuer mit den Flecken Zechliner Ruderfreunden – so klang der Tag aus. Am nächsten Morgen nach einer Nacht im Bootshaus oder Zelt und gemütlichem Frühstück ging es auf nach Rheinsberg. Erneuter kurzer Zwischenstopp am Steg des „Achter“, hier diesmal geschlossene Gesellschaft; Frage einer jungen Frau, warum wir denn „italienische ‚Paddel‘ “ hätten – gemeint waren die grün-weiß-rot gestrichenen Ruderblätter in den Vereinsfarben des Fleckener Rudervereins. Um Rheinsberg viel Ausflugsverkehr, jede Menge Boote, auch Floße und singende Paddlerinnen, welche Frank mit dem Ausruf „lauter“ animierte. Unser Ziel: die Fischgaststätte „Zum Fischerhof“ direkt am Grienericksee unweit des Schlosses. Neben Fontane hat Kurt Tucholsky mit seiner Erzählung „Rheinsberg - Ein Bilderbuch für Verliebte“ zur Popularität von Rheinsberg beigetragen. Wir konnten jede Menge Sonnen-, Schloss-, Park- und auch Fischverliebte sehen, das Wetter hatte sie alle herausgelockt. Nach an diesem Tage 33 km, Bootsreinigen und Kaffeetrinken zu Jürgens selbstgebackenem leckerem Pflaumenkuchen fand unsere Wanderruderfahrt ihr Ende.
Drei Tage später am Rande zur Fahrtenbesprechung für die Ende September stattfindende Gemeinschaftswanderruderfahrt mit dem RC Hevella Spandau auf der Lahn meinte unser Senior Hethi: “Auf diese Fahrt freue ich mich auch ganz besonders!“ . Wir sollten uns wünschen, uns mit 75 Jahren ebenso auf eine Ruderfahrt freuen zu können. (Teilnehmer waren: Birgit B., Frank B., Birgit H., Michael H., Klaus H., Jürgen B., Gert J.- RC Hevella, Detlef V.- ESV Lok Zernsdorf, Karin J.)

K. Josepeit
 
 
 
 
 
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